Kosten einer seriösen Katzenzucht:

Wenn es nach der Meinung mancher Leute und auch einiger Bekannter laufen würde, müssten wir steinreich
sein, da die Katzenzucht ja angeblich so viel Geld einbringt. Die Tiere werden ja so teuer verkauft und
man braucht außer Futter und einem Klo nichts. Vermehren tun sie sich auch noch von selbst, also erhält
man mit wenig Aufwand super Gewinne. Tatsächlich zünden wir regelmäßig unseren Ofen mit
500-Euro-Scheinen an, da sich diese bei uns stapeln.
Spaß beiseite, es handelt sich bei unserer Zucht um eine seriöse Hobby-Zucht, bei der das Wohl der Katze
und die Liebe zu diesen Tieren im Vordergrund steht. Entgegen den sogenannten Schwarzzüchtern, sind unsere
Katzen keine Gebärmaschinen und wir sparen auch nicht an ihnen zum Zwecke der Gewinnerzielung.
Um das Ganze mal etwas transparent zu machen, was für Kosten so anfallen, damit man eine Zucht am Laufen
hält, habe ich nachfolgend eine kleine Zusammenstellung gemacht. Sie können sich dann selbst überlegen,
ob dann noch viel oder überhaupt etwas an der Zucht verdient ist. Vom Zeitaufwand, den wir aber für die
Tiere gerne betreiben, mal abgesehen.

Kostenaufstellung:
Ich habe die üblichen Kostenpunkte, angefangen von alltäglichen Ausgaben, mal aufgeführt.
Sie müssen bedenken, dass die Kosten nicht nur für die momentanen Würfe anfallen, sondern stetig für
alle Katzen des Zwingers, einschließlich der Kastraten, die, wenn irgendwie möglich, bei uns alt
werden dürfen. Sie haben die gesamten aufgezählten Kosten also ganzjährlich für ca. 10 Katzen plus
die aktuellen Würfe.

Nahrung:
Natürlich nimmt man für die Zucht nicht das billige Supermarkt-Futter her, da ja die Katzen und die Kitten
gesund bleiben sollen. Es wird also teureres Marken- und Spezialfutter gefüttert und zwar nicht nur an die
momentanen Kitten während ihrer Zeit beim Züchter, sondern an alle Katzen des Zwingers.

Katzenhygiene:
Egal ob Rassekatze oder nicht, jeder muss mal und wenn 10 Katzen da sind, dann braucht man
dementsprechend ein Vielfaches an Streu.

Tierarztkosten / Arzneien:
Ob zur Trächtigkeit eine Aufbauspritze für die Mutter anfällt, die Kleinen mittels Spezialnahrung
zugefüttert oder durch Arzneimittel unterstützt werden müssen, vielleicht bei Schwierigkeiten eine
Untersuchung anfällt, ein seriöser Züchter wird hier nicht sparen und alles tun, damit seine Katzen
gesund bleiben. Wenn die Kitten abgegeben werden, sind sie mehrfach entwurmt, gegen Katzenschnupfen/
-seuche und Tollwut geimpft. Auch erhalten sie ein Gesundheitszeugnis vom Tierarzt.
Natürlich müssen auch die erwachsenen Tiere des Zwingers alle regelmäßig nachgeimpft und entwurmt werden.
Sollte eine Krankheit und sei es nur eine Erkältung in den Zwinger kommen, müssen wir nicht nur die
betroffene Katze behandeln, sondern vorsorglich alle im Haushalt lebenden Katzen, damit sich nichts
ausbreitet. Wer schon mal beim Tierarzt war, weiß was da an Kosten in etwa anfallen.

Stammbaum:
Auch der Stammbaum kostet dem Züchter Geld, ist aber auch notwendig, denn sie wollen doch sicherlich
nicht irgendetwas kaufen, sondern eine Maine Coon.
Ich höre manche sagen, dass ihnen der Stammbaum egal ist, aber das hat schon alles seinen Sinn. Im
Stammbaum haben Sie schwarz auf weiß, wer ihre Katze ist, können lesen von wem sie abstammt und das
Wichtigste, dass es überhaupt eine Maine Coon ist. Eine Maine Coon unterscheidet sich nicht nur vom
Aussehen von anderen Katzen, sondern auch vom Wesen erheblich.
Von Schwarzzuchten wissen sie gar nichts von der Katze und nur weil diese als Kitten einer Maine Coon
ihrer Meinung nach ähnelt, ist sie noch lang keine. Die Überraschungen zeigen sich oftmals erst als
erwachsenes Tier. Dann aber meist deutlich. Warum überhaupt für ein Tier, dessen Herkunft Sie nicht
kennen, mehr als 20 Euro ausgeben? Eine Hauskatze kostet in der Regel ja auch nicht mehr. Ein seriöser
Züchter gibt keine Kitten ohne Stammbaum weiter.

Der Chip:

Vor der Abgabe setzt der Tierarzt noch den Chip im Schulterbereich der Katze ein. Das ist sinnvoll, da
sie eine Chance haben, dass ihr Tiger wiedergefunden werden kann, falls er mal abhanden gekommen ist.
Aber das alles kostet natürlich, sowohl der Chip als auch das Einsetzen durch den Tierarzt.

Ausstellungen:
Hier werden die Maine Coons mit dem Rassestandart verglichen und stehen in Konkurrenz mit anderen ihrer
Art (aus dem Stammbaum können sie erfahren, welche Titel die Vorfahren ihrer Katze errungen haben. Das
scheint für die Meisten, vor allem für Liebhaber, keine wichtige Sache zu sein, ist es aber.
Durch die Teilnahme an Ausstellungen und der objektiveren Beurteilung durch Richter können Zuchtfehler
und Mängel festgestellt und ausgeschlossen werden. Die Maine Coon sollen auch in vielen Jahren noch dem
Standard der Rasse entsprechen, denn das ist die hauptsächliche Aufgabe einer Zucht. Es ist also
erforderlich, dass ein Züchter auf Ausstellungen geht und seine Katzen sich der Konkurrenz stellen. Zudem
ist die Ausstellung wichtig um sich mit Züchterkollegen auszutauschen, damit auch dem Käufer dann
kompetent bei Problemen weitergeholfen werden kann. Man lernt auch nach Jahren immer noch Neues dazu!
Leider kostet eine Ausstellung pro Tier und Tag ca. 20-40 Euro (je nach Verein) und man hat selten nur
ein Tier dabei.

Vereinsbeiträge:
Jeder Züchter, der Tiere mit Ahnennachweis abgeben möchte, muss in einem Katzenverein sein, denn nur
dieser kann die Stammbäume ausstellen. Zudem ist der Verein ein Kontrollorgan zum Schutz des Tieres.
Dort gibt es Regeln, wie z.B. eine Begrenzung der Würfe, damit sich die Mutterkatze auch anständig
erholen kann, bevor sie wieder eingedeckt wird. Das beugt Massenzuchten vor. Ein seriöser Züchter
unterwirft sich zum Wohl des Tieres gerne diesen Regeln und zahlt auch die anfallenden Beiträge.

Anschaffung der Zuchttiere:
In der Rechnung darf man natürlich nicht vergessen, dass auch der Züchter seine Zuchttiere erst einmal
erwerben muss. Und wir reden nicht von den Preisen, den ein Liebhaber für seine Mieze zahlen muss,
sondern von erheblich höheren.

Deckkosten:
Ein Züchter muss auch darauf achten, dass die zu verpaarenden Tiere nicht zu eng verwandt sind, denn sonst
kann es zu Erkrankungen der Jungtiere kommen. Hierzu ist es leider nötig, ab und zu eine Katze durch einen
fremden Zuchtkater eindecken zu lassen. Eine Deckung unabhängig vom tatsächlichen Erfolg kostet in der
Regel auch einiges zusätzlich der Fahrtkosten.

Kastraten:
Wir werden uns, falls möglich, von unseren Katzen nicht trennen, selbst wenn diese für die Zucht keinen
Nutzen mehr haben. Auch dies stellt einen dauerhaften Kostenfaktor da.

Ausstattung:
Hierunter fallen Kratzbäume, Trinkbrunnen, Spielzeug, Freigehege, Transportkörbe, Ausstellungsausstattung,
Pflegemittel, u.s.w.

Information/Werbung:
Jeder Interessent kann sich auf unserer Homepage informieren und wir sind nach dem Kauf weiterhin der
ständige Ansprechpartner für die Käufer. Zusätzlich sind Werbungen im Internet und in Zeitschriften
notwendig, denn sonst weiß ja niemand, dass es uns gibt und ob wir Würfe haben. Aus Fachzeitschriften
und Büchern ergänzen wir unser Wissen, um bestmöglich Fragen beantworten zu können.

Der Preis einer Maine Coon:
Nun können Sie für sich selbst überschlagen, was so eine seriöse Hobby-Zucht durchschnittlich kostet,
wenn alles perfekt und problemlos verläuft und nie eines der Tiere, auch nicht im Alter, krank wird.
Sie können sich nun selbst beantworten, wie viel und ob tatsächlich was für den Züchter übrigbleiben
kann.
Natürlich können wir mit sogenannten Vermehrern (Schwarzzüchtern), die außer irgendeinem Futter und
einer Katzentoilette keine Ausgaben haben, und die Katzen bis zur Erschöpfung gebären lassen, preislich
nicht mithalten, aber das wollen wir auch nicht. Zudem kann man bekanntlich ja nicht Birnen mit Äpfeln
vergleichen, denn das Verpaaren irgendwelcher, oft gar nicht zuchttauglicher Tiere, ist keine Zucht.
Für uns steht das Tier an erster Stelle und wer eine angebliche Main Coon für 150-250 Euro angesichts
der normalen laufenden Kosten einer seriösen Hobbyzucht erwirbt, sollte sich ernsthaft fragen, wie das
machbar ist. Natürlich nur, wenn man nichts in das Tier investiert und dann das Geld nahezu als
Reingewinn für das Jungtier einsteckt. Tierliebhaber unterstützen solche Leute nicht, denn Tiere sind
keine Produkte.